„Ist Bewusstsein wirklich im Körper, oder viel größer?“

Lesedauer: 5 Minuten

Bewusstsein. Ein Wort, das wir ständig verwenden und doch kaum verstehen.

Für die einen ist es ein inneres Licht, für andere ein Zustand von Achtsamkeit, und für manche etwas völlig Abstraktes, das irgendwo zwischen Körper, Geist und Energie schwebt.

Doch eines wird immer klarer:
Bewusstsein ist kein esoterisches Gelabber. Es ist die Essenz dafür, wie wir fühlen, entscheiden und führen.

Und gerade Unternehmerinnen, die zwischen Verantwortung, Erwartungen und Veränderungsdruck stehen, spüren das am intensivsten.

Wenn das Bewusstsein eng wird, wird das Leben eng. Wenn das Bewusstsein weit wird, entsteht Raum: für Klarheit, neue Lösungen und ein neues Selbst-Erleben.

Was aber sagt die Wissenschaft darüber?
Ist Bewusstsein etwas, das im Körper verankert ist?
Oder ist es viel größer als das – ein Feld, in dem Wahrnehmung, Identität und Präsenz überhaupt erst möglich werden?

Dieser Blog nimmt dich mit auf eine Reise zwischen Psychologie, Neurowissenschaft und deiner eigenen inneren Erfahrung.

Eine Reise, die zeigt:
Bewusstsein ist messbar, greifbar und gleichzeitig so unendlich, dass es der Verstand nur bedingt begreifen kann.

Und genau darin liegt die enorme Kraft, die du unternehmerisch nutzen kannst:
für Entscheidungen aus Klarheit statt aus Druck, für Führung aus Präsenz statt aus Anspannung, für ein Leben, das nicht nur funktioniert, sondern wirklich gelebt wird.

Bewusstsein ist weit mehr als ein Gedanke oder ein Gefühl.
Aus Sicht der wissenschaftlichen Psychologie ist es ein komplexes Zusammenspiel aus Körperempfindung, innerer Wahrnehmung, Identität, Aufmerksamkeit und Beziehung zur Welt.

Gleichzeitig belegen neurologische Phänomene wie Phantomempfindungen oder Neglect, dass Bewusstsein nicht vollständig an den Körper gebunden ist.

Geist schafft Materie. 

Für Unternehmerinnen bedeutet das:
Bewusstsein ist der entscheidende Hebel, um aus dem Funktionsmodus auszusteigen.

Wenn das Bewusstsein eng wird, dominiert Druck, Stress und Reaktion.
Wenn es weiter wird, entstehen Klarheit, Stabilität, Präsenz und souveräne Führungskraft.

Bewusstsein ist damit keine Theorie, sondern eine praktische Ressource:
Es bestimmt, wie du dich selbst erlebst, wie du Entscheidungen triffst und wie du mit Veränderung umgehst.
Und in herausfordernden Zeiten ist genau das der Unterschied zwischen Überleben und bewusstem Gestalten.

Was Bewusstsein laut Wissenschaft wirklich ist

Die Forschung beschreibt Bewusstsein als subjektives Erleben, das immer eine Beziehung zu etwas hat: einem Gedanken, einer Wahrnehmung, einer Entscheidung, einem Zustand. Hoffstädter nennt es:

„… die psychische Existenz in der bewussten Innenwelt.“

Dieses Erleben ist geprägt durch mehrere Grundaspekte des Bewusstseins:

  • Person – das unverwechselbare Gefühl von „Ich bin ich“

  • Zeit – das Erleben des Jetzt

  • Ganzheit – die innere Ordnung, die alles verbindet

  • Gestalt – worauf du deine Aufmerksamkeit richtest

  • Bezug zur Welt – Bewusstsein ist immer Bewusstsein von etwas (Intentionalität)

  • Physiologie – der Körper als Ausgangspunkt jeder Wahrnehmung

  • Sprache – Bewusstsein wird durch Sprache reflektierbar

Bewusstsein ist also nicht bloß Denken.

Es ist die Art, wie du dich selbst im Leben erlebst, während innen und außen zusammenwirken.

Ist Bewusstsein immer im Körper? – Die spannendste Frage überhaupt

Die wissenschaftliche Psychologie sagt klar:

„Körperbezogene Empfindungen sind Teil jedes Bewusstseins-inhalts.“

Das bedeutet:
Menschen erleben Bewusstsein normalerweise verkörpert, der Körper ist immer „irgendwie“ da, selbst wenn wir ihn kaum wahrnehmen.

Doch dann kommen die Ausnahmen. Und die sind faszinierend:

1. „Phantomschmerz“ Bewusstsein ohne Körperteil

Menschen empfinden ein Bein, das gar nicht mehr existiert.

Hier entsteht Bewusstsein ohne körperliche Grundlage.

2. „Neglect“ Körper vorhanden, aber nicht bewusst

Eine ganze Körperhälfte kann verschwinden, aus dem Bewusstsein.

3. „Traumbewusstsein“

Bewusstsein existiert im Schlaf, unabhängig vom realen Körpererleben.

4. „Philosophie“ 
Bewusstsein ohne Subjekt

Kemmerling beschreibt, dass Bewusstsein sogar

„ohne Subjekt“ und „ohne Objekt“ gedacht werden kann.

Was heißt das?

👉 Bewusstsein ist im Menschen verkörpert, aber es ist nicht an den Körper gebunden.
👉 Es kann über ihn hinausreichen, sich lösen, verändern, erweitern.
👉 Und genau diese „Weite“ ist das, was du intuitiv immer schon wahrnimmst.

Warum Bewusstsein für Unternehmer:innen der größte Erfolgsfaktor ist

Wenn dein Bewusstsein eng wird, durch Druck, Stress oder Überforderung, passiert Folgendes:

  • du siehst weniger Möglichkeiten

  • du entscheidest impulsiver

  • du reagierst statt zu gestalten

  • du verlierst den Kontakt zu dir selbst

  • du führst aus Anspannung statt aus Klarheit

Die Forschung bestätigt:
Bewusstsein kann nur wenige Inhalte gleichzeitig halten.

Stress verengt.
Druck reduziert Bewusstsein.

Und wenn Bewusstsein eng wird, wird Führung schwer.

Wenn du jedoch in dir weit wirst, bewusst, präsent, wach, entsteht sofort etwas anderes:

  • du bleibst innerlich stabil

  • du erlebst Wahlmöglichkeiten

  • du kommunizierst klarer

  • du spürst dich selbst

  • du triffst Entscheidungen aus Ruhe statt aus Überlebensenergie

Bewusstsein ist damit keine spirituelle Idee. Es ist eine neuropsychologische Ressource, die direkt beeinflusst, wie du führst.

Was Bewusstsein im Alltag verändert

👉 Du reagierst nicht mehr – du wählst.
Bewusstsein schafft Abstand zwischen Impuls und Handlung.

👉 Du führst anders.
Nicht durch Druck, sondern durch Klarheit.

👉 Du gewinnst innere Ruhe.
Weil du deine Wahrnehmung regulieren kannst.

👉 Du wirst wieder Gestalterin.
Weil dein Bewusstsein nicht vom Außen bestimmt wird.

Bewusstsein ist die Grundlage jeder Form von Self-Leadership.
Ohne Bewusstsein bleibt alles Strategie, Mühe, Funktionieren.
Mit Bewusstsein beginnt Gestaltung.

Fazit

Die Wissenschaft zeigt:
Bewusstsein ist ein komplexes System aus Identität, Wahrnehmung, Körperlichkeit, Aufmerksamkeit und Beziehung zur Welt.

Es ist im Menschen verkörpert und gleichzeitig größer als jede einzelne Empfindung.

Neurologische und philosophische Erkenntnisse machen deutlich: Bewusstsein lässt sich nicht vollständig auf Körper oder Gehirn reduzieren.

Für Unternehmerinnen bedeutet das:
Bewusstsein ist der zentrale Hebel, um vom Funktionieren ins bewusste Führen zu kommen.

Je bewusster du bist,
desto klarer entscheidest du,
desto ruhiger bleibst du,
desto leichter führst du dich und andere.

FAQ

Nein. Denken ist ein Prozess.
Bewusstsein ist das Erleben dieses Prozesses, der Raum, der alles hält.

Ja – durch Präsenz, Regulation, innere Beobachtung, bewusste Wahrnehmung und körperliche Verankerung.

Weil es dich aus der Reaktion holt.
Es macht dich stabiler, klarer, präsenter – selbst im Sturm.
Das ist echte Führung: von innen nach außen.

Bild von Monika Leinwather
Monika Leinwather

Loslassen | Leichtigkeit | Lebensfreude

Artikel teilen!

Inhaltsverzeichnis

Diese Inspirationen könnten dich auch interessieren